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Mama lernt Deutsch

mama

"Mama lernt Deutsch" - mehr als nur ein Sprachkurs für Frauen

jeden Mittwoch von 08.30 Uhr - 10.00 Uhr im Kindercafé der Bodelschwingh-Grundschule

Ein Kurs von Frauen für Frauen: Das Kursangebot richtet sich an alle Frauen der Bodelschwingh-Schule, der Kindergärten und des Stadtteils Buschhütten, die die deutsche Sprache erlernen und die deutsche Kultur kennen lernen möchten. Wir sind ein Sprachkurs, ein Treffpunkt und eine Nachbarschaftshilfe ohne religiöse Ausrichtung.

Wir freuen uns auf Sie!

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Mit freundlicher Unterstützung der Bürgerstiftung Kreuztal, der Grundschulen Friedrich-von-Bodelschwingh/Buschhütten und Dreslers Park/Kreuztal sowie der Stadt Kreuztal

 

bürgerstiftung

Über projektbezogene Spenden unter dem Stichwort: „Mama lernt Deutsch“ auf das Konto der Bürgerstiftung Kreuztal (IBAN DE28 4605 0001 0010 1909 99; BIC WELADED1SIE) freuen wir uns!

 

 

 

Mama lernt Deutsch - Sprachkurs für Frauen an der Friedrich von Bodelschwingh-Schule in Buschhütten

"Sprache ist alles“. Damit ein Kind in der Schule erfolgreich lernen kann ist es notwendig, dass es gut Deutsch spricht und dass auch Vater und Mutter die deutsche Sprache verstehen und sprechen.

Rückblick

Im August 2001 riefen die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kreuztal, Ursula van den Bruck-Sprengelmeier, und die ehemalige Schulleiterin der Friedrich von Bodelschwingh-Schule, Babette Danckwerts, im Rahmen der Aktion „Bündnis für Toleranz und Zivilcourage – gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“ einen Sprachkurs für ausländische Mütter ins Leben.

Zwei Mütter, deren Kinder die Schule besuchten, leiteten den Kurs. Als ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentinnen stellten sie sich der neuen Aufgabe mit großem Engagement und Einfühlungsvermögen. Sie gestalteten den Unterricht für die Frauen offen und differenziert und gingen verständnisvoll und rücksichtsvoll auf die verschiedenen Bedürfnisse der Teilnehmerinnen ein. Sie planten die Auswahl der Inhalte und Vorgehensweisen gemeinsam und unterrichten im Team.

Die Teilnehmerinnen des Sprachkurses wurden zunehmend mit der deutschen Sprache vertraut. Im Kurs fanden sie Hilfe den Brief, der aus der Schule kam, zu lesen und sie verloren die Scheu sich an den Elternabenden oder Sprechtagen zu beteiligen.

Mehr als 20 Frauen unterschiedlicher sprachlicher Herkunft besuchten regelmäßig den Kurs.

Im April 2003 fanden Gespräche mit der VHS des Kreises Siegen-Wittgenstein statt, die das laufende Konzept des Kurses „Wir lernen Deutsch“ so überzeugend fand, dass der Kurs als „geschlossenes Angebot“ der VHS ab 2. Semester 2003 übernommen wurde. Die beiden Kursleiterinnen wurden freie Mitarbeiterinnen der VHS.

Aufgrund struktureller Veränderungen standen uns die beiden Kursleiterinnen ab Oktober 2009 nicht mehr zur Verfügung. Außerdem nahm die VHS das Kursangebot aus ihrem Katalog.

In Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat der Stadt Kreuztal und der Ditib Fatih-Moschee konnte der Sprachkurs „Mama lernt Deutsch“ von Februar 2010 bis Februar 2011 wieder angeboten. Die Damen zahlten für ein Halbjahr (20 Kurstage) einen Kursbeitrag von 60€. Die Kursleiterin war eine Studentin für das Lehramt für die Primarstufe der Universität Siegen.

Heute

Seit Februar 2011 kooperieren der Ausländerbeirat der Stadt Kreuztal und die Bürgerstiftung Kreuztal. Sie erweiterten das Kursangebot „Mama lernt Deutsch“ um einen weiteren Kurs an der Gemeinschaftsgrundschule Dreslers Park. Sponsoren finanzieren die Kursleiterin, eine Studentin für das Lehramt für die Primarstufe der Universität Siegen. So müssen die Teilnehmerinnen nur einen symbolischen Beitrag von 1€ pro Stunde für Kaffee, Tee und Kopien leisten.

10 Kursteilnehmerinnen besuchen seit Februar 2011 regelmäßig den Kurs an der Bodelschwingh-Schule, der mittwochs stattfindet.

Eine begleitende Kinderbetreuung kann noch nicht angeboten werden.

Adressatinnen

Das Kursangebot

  • richtet sich an alle Frauen des Stadtteils Buschhütten, die die deutsche Sprache erlernen möchten.
  • ist unabhängig von der Religionszugehörigkeit der Teilnehmerinnen.
  • ist ein reiner Sprachkurs ohne religiöse Ausrichtung.
  • wird nur von Frauen besucht.

 

Die Teilnehmerinnen sind zumeist Mütter, deren Kinder die Grundschule oder den benachbarten Kindergarten besuchen.

Die Rahmenbedingungen sind ideal:

  • In den Vormittagsstunden sind die Kinder im Kindergarten oder in der Schule (nur in einigen Fällen ist eine Kinderbetreuung notwendig).
  • Die Grundschule als Ort ist bekannt, denn sie liegt im Stadtteil und ist vertraut durch die Kinder. Schwellenängste gegenüber einer fremden Institution werden gemildert bzw. treten gar nicht erst auf.
  • Man ist nicht allein, kommt mit der Freundin oder Schwester, trifft in der Gruppe Nachbarinnen und kann sich über Alltagspraktisches oder Probleme austauschen.
  • Ehemänner haben sich überzeugen können, dass der Unterricht von Frauen geleitet wird.
  • Die Schule als Institution, die die Kinder täglich besuchen, wird für die Kursteilnehmerinnen vertrauter. Man begegnet den Lehrerinnen, schaut in die Klassenzimmer und wird im Kurs auch mit schulorganisatorischen Dingen vertraut gemacht.
  • Die Schulkinder, deren Mütter am Kurs teilnehmen, sind unglaublich stolz darauf, dass auch ihre Eltern in der Schule in Erscheinung treten. Sie erzählen den anderen Kindern davon und berichten, dass sie der Mama bei den Hausaufgaben geholfen haben – man lernt zu Hause gemeinsam Deutsch!

Inhalte

Der Kurs „Wir lernen Deutsch“ ist mehr als nur ein Sprachkurs. Es handelt sich um ein Angebot, das individuell auf diese Kursteilnehmerinnen abgestimmt ist.

Ziel ist es, die Frauen so zu unterstützen, dass sie sich sprachlich im Alltag zurechtfinden, mit der Institution Schule und den Lehrerinnen ihrer Kinder vertraut werden und sich im Stadtteil besser orientieren können. Die Frauen überwinden im Kurs ihre Ängste Deutsch zu sprechen. Sie helfen sich gegenseitig beim Lernen und können in diesem geschützten Raum auch mal gemeinsam über ihre Fehler lachen.

Im Vordergrund des Unterrichts stehen Alltagssituationen, wie Arztbesuche, Umzug, Einkaufen, Wohnungsrenovierung oder das Schreiben einer Entschuldigung für das Kind. Dazu gehören die Erweiterung des Wortschatzes, die Aussprache und Grundlagen der Grammatik, immer bezogen auf das jeweilige Thema. Nebenbei werden im Kurs bestimmte „Ordnungshelfer“ eingeführt, wie z.B. Vokabelheft oder Schnellhefter. Die Frauen lernen diese Hilfsmittel kennen und für ihr eigenes Lernen und das ihrer Kinder nutzen. Schulische Arbeitsweisen und Materialien werden auf diese Weise vertraut.

Die Kursleiterin arbeitet nicht nach einem festen Lehrbuch. Sie wählt geeignete Materialien, wie Rollenspiele, Übungen oder Bilder aus unterschiedlichen Quellen aus.

Resümee

Der Kurs „Wir lernen Deutsch“ ist ein fester Bestandteil unseres Schullebens geworden.

In der wöchentlichen Begegnung auf dem Flur finden kurze Gespräche statt, Fragen werden geklärt und Verabredungen getroffen.

Die Schule hat sich geöffnet – in vielerlei Hinsicht.

An den Elternabenden nehmen immer öfter auch Eltern mit Migrationshintergrund teil.

Zu den Elternsprechtagen kommen auch Mütter, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen – oft in Begleitung einer Freundin oder Nachbarin – und erkundigen sich über die Lernfortschritte ihrer Kinder.

Mit Interesse nehmen sie an den schulischen Arbeiten ihrer Kinder teil, hinterfragen kritisch oder erbitten Vorschläge für eine intensive häusliche Förderung.

Sie selbst machen Vorschläge den Unterricht zu gestalten und bieten z.B. an im Märchenprojekt der dritten Klasse Märchen aus ihrer Tradition zu erzählen. In der Vorlesestunde lesen sie aus selbst mitgebrachten Kinderbüchern vor.

Orientalischer Tanz und Theateraufführungen nach türkischen Erzählungen bereichern die Schulfeste und auch unsere Weihnachtsfeier hat sich den Bedürfnissen und Wünschen aller Kinder und Erwachsenen angepasst.

Zu unseren Schulfesten bieten die Teilnehmerinnen des Sprachkurses „Wir lernen Deutsch“ in der Cafeteria kulinarische Köstlichkeiten aus ihren Heimatländern an und die türkische Teestube zum Laternenumzug ist schon legendär.

Es ist ein anregendes Miteinander entstanden, ein Klima, in dem sich Kinder, LehrerInnen und Eltern gleichermaßen entwickeln können.

Die Friedrich von Bodelschwingh-Schule hat sich geöffnet, sie ist Begegnungsstätte geworden für Eltern, Kinder und Lehrerinnen und fordert alle gleichermaßen auf, sensibel mit den Lebensweisen, Wünschen, Hoffnungen und Bedürfnissen des anderen umzugehen.

Die Vielfalt der Kinder und Erwachsenen wird auch weiterhin das Bild unserer Schule prägen und uns gemeinsam jeden Tag aufs Neue herausfordern und zur Weiterentwicklung aufrufen.

Ansprechpartnerin

  • Claudia Gawrosch, Schulleiterin der Friedrich von Bodelschwingh-Schule